»Die Lidl-Verkäuferin sitzt an der Kasse, neun Stunden! Dann hat sie zwei Kinder. Da muss sie sich darum kümmern, dass die ernährt werden, dass die gekleidet werden. Dann will sie noch die Schularbeiten kontrollieren. Dann will sie noch entscheiden, was dürfen die jetzt im Fernsehen sehen, was dürfen die nicht sehen. Das muss sie alles noch nach Feierabend machen. Von der kann ich doch nicht verlangen, dass sie Zeitung liest. Wann denn? Aber wenn sie zufällig ›Tagesschau‹ sieht und wenn sie mich da eine Minute hören kann, muss sie in der Minute verstehen, was ich meine. Wenn ich das nicht liefere, sondern so quatsche, dass sie gar nicht weiß, was ich eigentlich sagen will, dann bin ich fehl am Platze«, sinniert Gregor Gysi über Rhetorik in der Politik und die "Pflicht zur Übersetzung" in seinem Beitrag in dem Buch Weltweit Medien nutzen – Medienwelt gestalten. Nähere Informationen zum Buch, das Inhaltsverzeichnis und eine Leseprobe finden Sie hier. Wir würden uns über eine Besprechung freuen und senden Ihnen gerne ein Rezensionsexemplar zu. Mit den besten Grüßen Maren Schlierkamp |
||||||